Das Thema mit dem Wunschprofil in der Rekrutierung

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde – und eine Herausforderung für jedes Unternehmen.

Der Kampf um Talente, «War for Talent», wird sich in den nächsten Jahren verschärfen. Gängige Stellenportale bringen nicht den qualitativen Rücklauf und Personaldienstleister sind sehr teuer.

Obwohl veezio.ch sich zur neuen Gilde von Beratungsunternehmen zählt, die ausgetretenen Vermittler-Pfade verlässt, erhalten wir von Kunden weiterhin viele «Wunschprofile» zugestellt die wir in Null­kom­ma­nichts zu finden haben.

Nun, wünschen darf man sich bekanntlich alles. Wie an Weihnachten auch, geht jedoch nicht jeder Wunsch in Erfüllung.

Der Ausdruck «Wunschprofil» ist doch eigentlich ein Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit.

Damals, als man einfach mal ein Inserat in der Zeitung publiziert hat, um zu sehen was zurückkommt (post & pray). Die guten alten Zeiten als man noch vom Bedarf ausgehend rekrutieren konnte: Ich brauche Ausbildung X, Erfahrung Y und Persönlichkeit Z. Nun ja, meistens kam auch etwas zurück, damals.

Diese Zeiten sind irgendwie vorbei.

Aussagen wie: «...die Profile entsprechen nicht ganz unserem Wunschprofil» haben keine Gültigkeit mehr. Wir können den Einwand natürlich sehr gut nachvollziehen, leider zeigt das aktuelle Angebot am Arbeitsmarkt eine andere Wirklichkeit.

Mit Plattformen wie Linkedin TalentInsights und Gartner Talentneuron, haben moderne Unternehmen und Recruiting Abteilungen einen Informationsvorsprung, der Wunschprofile erblassen lässt.

Der digitale Arbeitsmarkt ist hochtransparent, das wusste man bereits vor knapp 10 Jahren als der verlinkte Artikel erschien. Die beiden Beispiele von Linkedin und Gartner zeigen auch, dass sich die Situation in den letzten Jahren noch weiter verschärft hat. Die Bewertungsplattform Kununu, das Deutsche Pendant zu Glassdoor, verspricht nicht weniger als die “volle Transparenz am Arbeitsmarkt”.

Man kann heute mit immer höherer Verlässlichkeit sagen, welche Profile in unserer geographischen Region wie stark nachgefragt werden. Welche Regionen einen Zuwachs von spezifischen Skills verzeichnen und welche Arbeitgeber zu den beliebtesten auf dem Markt gehören. Aufgrund des Nutzerverhaltens in den sozialen Medien erhalten wir sogar ein Bild davon ob potentielle Mitarbeiter*innen offen für etwas Neues sein könnten, oder bereits sind.

Im Jahr 2020 baut sich das agile Unternehmen eine Talent Community auf. Strategisch, kontinuierlich und vom Angebot am Arbeitsmarkt ausgehend. Damit man bereit ist, wenn die Post abgeht.

Wünschen war gestern. Heute ist wissen.